Wissenschaft und Aberglaube

Die Welt hat unsagbar viele schöne Dinge zu bieten - und die Wissenschaft hilft uns, sie zu verstehen. Rationales Denken und aufmerksames Beobachten haben uns eine Lebensqualität ermöglicht, die vor dem Zeitalter der Aufklärung noch vollkommen undenkbar gewesen wäre.

Trotzdem hat sich deshalb das logische, klare, wissenschaftliche Denken noch lange nicht überall durchgesetzt. Ganz im Gegenteil: Auch im 21. Jahrhundert werden Horoskope abgedruckt, werden Wünschelrutengeher befragt, werden scheinmedizinische Zaubertherapien bezahlt, für deren Wirksamkeit es nicht den geringsten Hinweis gibt.

"Je weniger Aberglaube, desto weniger Fanatismus,
je weniger Fanatismus, desto weniger Unheil
."
(Voltaire)

Dass Aberglaube, Esoterik und Unwissenschaftlichkeit nach wie vor blühen, hat einen einfachen Grund: Mangelnde Information. Vielen Menschen, die sich leichtgläubig von Scharlatanen in die Irre führen lassen, fehlt nicht nur elementare wissenschaftliche Grundbildung, sondern auch ein Verständnis dafür, was wissenschaftlich-rationales Denken überhaupt bedeutet. Die internationale Skeptikerbewegung versucht, dieses Verständnis zu stärken. Verschiedenen Behauptungen über paranormale, übernatürliche oder übersinnliche Phänomene stehen wir skeptisch gegenüber - nicht aus dogmatischer Ablehnung, sondern aufgrund wissenschaftlicher Argumente.

Skeptiker sein heißt nicht, nichts glauben zu wollen, und einfach alles anzuzweifeln. Skeptiker sein bedeutet, den Dingen auf den Grund zu gehen. Eine skeptische Grundhaltung ist die Basis der Wissenschaft. Nur wenn wir bereit sind, Ideen, Theorien und Behauptungen sorgfältig zu überprüfen, können wir zwischen Sinn und Unsinn unterscheiden.

Klar: Es gibt mehr Dinge zwischen Himmel und Erde, als wir uns träumen lassen können. Aber Menschen haben sich auch schon viel träumen lassen, was es zwischen Himmel und Erde sicher nirgends gibt. Wer an diese Dinge trotzdem glaubt, macht sich das Leben unnötig kompliziert. Wir glauben, dass sich durch wissenschaftliches Forschen die Vielfalt, die Schönheit und die atemberaubende Komplexität der Welt viel eher erschließt.

Es ist spannend zu forschen, es ist schön zu verstehen, es ist gut zu wissen.

(flai)

gwuplogo
Text Size